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Freitag, 18. November 2022
20:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise A

Philharmonie Südwestfalen | Florin Iliescu

  • Markus L. Frank, Leitung
  • Florin Iliescu, Violine
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Sinfonie B-Dur KV 17
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
  • Robert Schumann (1810 – 1856), Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

Dieses Konzert wird großzügig gefördert von Ulf und Sabine Hallfeldt.

Die Philharmonie Südwestfalen trägt seit 1992 den Titel Landesorchester Nordrhein-Westfalen. Mit Sitz in Siegen-Wittgenstein ist die Philharmonie in der gesamten Region Südwestfalen mit ihren Programmen präsent. Darüber hinaus gastiert das Orchester regelmäßig auf den Konzertpodien in der Bundesrepublik, aber auch in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Italien und Tschechien, darunter wiederholt in Mailand und am Concertgebouw Amsterdam. Erfolgreiche Tourneen nach Frankreich und nach China belegen auch die internationale Bedeutung des Orchesters.

Markus L. Frank ist seit August 2016 Generalmusikdirektor des Anhaltischen Theaters und Chefdirigenten der Anhaltischen Philharmonie Dessau und begann seine Musikerlaufbahn zunächst als Hornist: nach überaus erfolgreicher Teilnahme an mehreren internationalen Wettbewerben war er Hornist beim NDR-Symphonieorchester Hamburg. Parallel dazu studierte er Dirigieren an den Musikhochschulen Detmold und Hamburg. 1998 wurde er als Kapellmeister an die Oper Kiel engagiert, wechselte 2003 als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD an das Anhaltische Theater Dessau und war von 2008 bis 2016 Generalmusikdirektor des traditionsreichen Loh-Orchesters Sondershausen und des Theaters Nordhausen.

Florin Iliescu wurde während seiner Ausbildung von rennomierten Geigerinnen und Geigern wie Christiane Edinger, Zakhar Bron, Leonidas Kavakos, Frank Peter Zimmermann, Stefan Gheorghiu und Svetlin Roussev geformt. Kammermusikalische Anregungen erhielt er bei Walter Levin. Florin Iliescu ist Stipendiat verschiedener Stiftungen wie der Mannheimer Sinfonima Stiftung sowie von Live Music Now. Während seines Studiums an der Musikhochschule Lübeck hatte Florin Iliescu bereits im Alter von 19 Jahren seine erste Orchesteranstellung als Stellvertretender Konzertmeister bei den Lübecker Philharmonikern. Weitere Orchestererfahrungen sammelte er beim NDR Hamburg, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Beethoven Orchester Bonn und an der Frankfurter Oper. Seit 2018 ist er 1. Konzertmeister im hr-Sinfonieorchester.

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Wolfgang Amadeus Mozart hat bereits als Kind, als er unter der Obhut seines Vaters Leopold durch Europa reiste, Sinfonien komponiert. Lange Zeit ist auch die B-Dur-Sinfonie KV 17 für ein Werk aus seiner Feder gehalten worden, das er 1765 in London komponiert haben soll. Die neuere Mozart-Forschung jedoch schließt Mozart inzwischen als Autor aus. Gleichwohl könnte das reizvolle viersätzige Werk von ihm stammen. Und das ist Grund genug für eine Aufführung wie heute Abend.

An der Autorenschaft der beiden Meisterwerke, die sich anschließen, besteht jedoch keinerlei Zweifel. Das e-Moll-Violinkonzert op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy nimmt in der Gattungsgeschichte eine Sonderstellung ein. Denn so eine glückliche Synthese aus geläuterter Virtuosität und romantischer Poesie findet man in kaum einem anderen Werk. Der Komponist, der von Haus aus Pianist war, rang sieben Jahre lang mit der Komposition, ließ sich bei der Ausgestaltung des Soloparts vom Uraufführungsgeiger Ferdinand David, Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, beraten. So stellt der Solist, bis dato in einem Solokonzert noch nie erlebt, gleich ab dem zweiten Takt des Kopfsatzes das Hauptthema vor. Und hat seine Kadenz nicht am Ende der Reprise, sondern auf dem Höhepunkt der Durchführung. Ungewöhnlich ist auch, das alle drei Sätze nahtlos ineinander übergehen.

Das verbindet Mendelssohns Violinkonzert mit der vierten Sinfonie d-Moll op. 120 von Robert Schumann. Was diesem bei der Komposition vorschwebte, hat er auf dem Autograph notiert: eine „Symphonische Phantasie“ – also eine Loslösung vom klassischen Formenkanon, wozu auch passt, dass Schumann ein Netz von Beziehungen über das ganz Werk spannt. Uraufgeführt worden war es unter der Leitung von Ferdinand David 1841 im Leipziger Gewandhaus – mit mäßigem Erfolg. Zehn Jahre später hat Schumann die Sinfonie überarbeitet, unter anderem neu instrumentiert, „besser und wirkungsvoller als sie früher war“, wie er schrieb. Und so wurde sie im Mai 1853 beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf erstmals gespielt – für Schumann ein Riesenerfolg, der bis heute anhält.