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Samstag, 15. Oktober 2022
20:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise B

Adelphi Quartet

  • Maxime Michaluk, Violine
  • Esther Agustí Matabosch, Violine
  • Marko Milenković, Viola
  • Nepomuk Braun, Violoncello
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Streichquartett G-Dur op. 33/5
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Streichquartett a-Moll op. 13
  • Béla Bartók (1881 – 1945), Streichquartett Nr. 2 op. 17

Das Adelphi Quartet besteht aus vier europäischen Musiker*innen. 2017 gegründet, studierte das Quartett bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett) am Mozarteum in Salzburg und erhielt wertvolle Unterstützung von Eberhard Feltz und Valentin Erben.

2020 wurde das Quartett mit dem 1. Preis beim renommierten Wettbewerb im Rahmen des Heidelberger Frühling ausgezeichnet und wurde 2021 mehrfacher Preisträger des 12. Internationalen Wettbewerbs „Premio Paolo Borciani“ in Reggio Emilia. Bei der Wigmore Hall International String Quartet Competition im April 2022 wurde das Quartett außerdem mit dem 2. Preis und einem Sonderpreis der Esterházy Stiftung ausgezeichnet. Nach seinem Erfolg bei den International Auditions des Young Classical Artists Trust wird das Adelphi Quartet seit Juni 2021 als YCAT Artist unterstützt.

Zu den bisherigen Konzert-Highlights zählen Auftritte in der Londoner Wigmore Hall, bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, den Musiktagen Mondsee, beim Festival de Quatuor „Voix Intimes“ in Tournai, in der Pariser Philharmonie, der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg sowie Debüt und Wiedereinladung beim Streichquartettfest des Heidelberger Frühlings. — In dieser Saison stehen Wiedereinladungen in die Wigmore Hall sowie Debüts bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, der Elbphilharmonie sowie beim Aldeburgh Festival an.

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Das Adelphi Quartet reist heute Abend durch drei Jahrhunderte Streichquartett-Geschichte. Und macht zuerst Station bei Joseph Haydn der als Schöpfer der Gattung gilt. Mehr als 70 Werke hat er dazu beigetragen. In den 1781 komponierten sechs Quartetten op. 33 gelingt ihm die völlige Verschmelzung von galantem Stil und Expression, von Volkstümlichkeit und Esoterischem, von Subtilität und Strenge. Die sechs Werke, deren fünftes in G-Dur das heutige Konzert eröffnet, waren von Anfang an erfolgreich, bewogen Wolfgang Amadeus Mozart dazu, zwischen 1782 und 1785 seine Haydn gewidmeten sechs Quartette zu komponieren und sorgten letztlich dafür, dass sich reisende Ensembles bildeten, die Konzerte in der zunehmend beliebter werdenden Streichquartettbesetzung gaben.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdy begibt sich das Adelphi Quartet ins 19. Jahrhundert. Er hat das zweite seiner insgesamt sechs Streichquartette 1827 komponiert – also im Todesjahr Ludwig van Beethovens, in dessen Schaffen diese Kammermusikgattung eine zentrale Rolle spielt. Seine späten Quartette waren gerade im Druck erschienen. Und so wundert es nicht, dass gerade das meisterhafte a-Moll-Streichquartett op. 13 ein Zeugnis für Mendelssohn Bartholdys schöpferische Auseinandersetzung mit Beethoven bedeutet.

Umstritten wie Arnold Schönberg und verkannt wie Anton Webern, galt Béla Bartók zu Lebzeiten als Revolutionär. Anerkannt als einer der zentralen Komponisten des 20. Jahrhunderts wurde er erst nach seinem Tod. Zumal in Budapest wurde seine Musik nicht verstanden und ignoriert. In einer Phase tiefster Resignation, die noch durch die Schrecken des Ersten Weltkriegs verstärkt wurde, komponierte Bartók 1915 bis 1917 das zweite seiner sechs Streichquartette. Es endet mit einer Elegie, die von typischen Melodiewendungen aus den Klagegesängen der ungarischen Bauernmusik bestimmt wird. Bartók hatte sich ja 1911 vom öffentlichen Konzertleben zurückgezogen und dem Studium der Folklore zugewandt.