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Saalplan

Mittwoch, 29. Mai 2024
19:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise A

Philharmonisches Orchester Gießen

  • Andreas Schüller, Leitung
  • Sarah Christian, Violine
  • Martin Gericks, Horn
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Ouvertüre zu „Ruy Blas“ MWV M 11 (1839)
  • Ethel Smyth (1858 – 1944), Konzert für Violine und Horn (1928)
  • Edvard Grieg (1843 – 1907), Konzertouvertüre „Im Herbst“ op. 11 (1865)
  • Julius Röntgen (1855 – 1932), Symphonietta Humoristica (1922)

Das 1933 gegründete Philharmonische Orchester Gießen erregt überregionale Aufmerksamkeit. Neben den breit gefächerten Aufgaben eines Opernorchesters in einem Dreispartenhaus unterhält es auch eine eigene Reihe von jährlichen Sinfoniekonzerten. Internationale Solisten und unterschiedlichste Dirigentenpersönlichkeiten am Pult haben das Orchester über die Jahre zu dem gemacht, was es heute ist. Neben dem gängigen Opernrepertoire widmen sich die Musikerinnen und Musiker auch immer wieder seltener aufgeführten Werken wie beispielsweise Verdis Oberto und auch neuen Werken oder deutschen Erstaufführungen von Gian Carlo Menotti, Nino Rota, Werner Egk sowie Moritz Eggert. — Die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters Gießen bestechen durch ihre Vielseitigkeit und ihre Hingabe an außergewöhnliche musikalische Projekte und Herausforderungen.

Mit dem Beginn der Saison 2022/2023 hat Andreas Schüller sein Amt als Generalmusikdirektor am Theater Giessen angetreten. Er begann seine Dirigentenkarriere schon in jungen Jahren in seiner Heimatstadt Berlin. Eine Assistenz brachte ihn 2002 zu den Salzburger Festspielen. In der Saison 2003/2004 wurde Andreas Schüller an die Wiener Volksoper verpflichtet, wo er seit dem als Dirigent tätig ist. Weitere Engagements führten ihn an Opernhäuser in Leipzig, Berlin, Köln, Karlsruhe und Graz. Konzerte dirigierte er in den letzten Jahren beim Rheingau Festival, beim Istanbul Philharmonic Orchestra, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, dem Kolumbianischen Nationalorchester Bogotá, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, den Münchner Symphonikern, der Jenaer Philharmonie, den Bremer Philharmonikern, am Concertgebouw Amsterdam, bei der Rheinischen Philharmonie Koblenz und weiteren Orchestern. Seit der Saison 2013/2014 war Andreas Schüller Chefdirigent der Staatsoperette Dresden und damit für die musikalischen Belange des Traditionshauses verantwortlich – bis er zuletzt als GMD ans Stadttheater Gießen berufen wurde.

Sarah Christian gilt nicht nur ihrer Kollegin Antje Weithaas als eine der talentiertesten Geigerinnen ihrer Generation. Mit Anfang 20 wählte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sie zur Konzertmeisterin, seitdem sitzt sie am ersten Pult und führt das Orchester mal mit, mal ohne Dirigenten. Sie unterrichtet als Professorin an der Stuttgarter Musikhochschule, tritt als Solistin und Kammermusikerin auf und leitet eine eigene Kammerkonzertreihe in ihrer Heimatstadt Augsburg.

Martin Gericks ist seit 2016 Solohornist im Philharmonischen Orchester Gießen. Davor war er bereits 2007 als Solohornist im Theater Magdeburg engagiert. Nach mehreren Solokonzerten mit der Magdeburgischen Philharmonie folgten 2010 eine Anstellung als Solohornist im Volkstheater Rostock und 2012 als stellvertretender Solohornist im Theater Münster. Martin Gericks studierte in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler in der Horn-Klasse von Prof. Marie Luise Neunecker, wo er mit hervorragendem Diplom abschloss.

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Ausschließlich selten zu hörende Werke erklingen im Abschlusskonzert der Saison 2023/24. Den Auftakt macht die Ouvertüre zu „Ruy Blas“ op. 95, die Felix Mendelssohn Bartholdy 1839 für eine Leipziger Aufführung des gleichnamigen Theaterstücks von Victor Hugo komponierte. Obwohl der Komponist von dem Stück wenig hielt – er kanzelte es als „ganz abscheulich“ und „unter jeder Würde“ ab, gelang ihm ein brillant-chevalereskes Orchesterstück.

Ganz der romantischen Tradition verpflichtet ist auch das 1928 komponierte Konzert für Horn, Violine und Orchester der britischen Komponistin Ethel Smyth. Sie stand lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen und musste sich Anerkennung hart erkämpfen. Jetzt wird sie wiederentdeckt.

Edvard Grieg hat seine Konzertouvertüre op. 11 „Im Herbst“ bereits 1865 komponiert, sie dann aber nach der harschen Kritik des dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade verworfen. Die endgültige Fassung kam so erst 1888 in Leipzig zur Uraufführung – ein Werk, das norwegisch geprägte Motive mit herbstlichen Orchesterfarben verbindet.

Das letzte Stück des Programms schlägt den Bogen zurück zu Mendelssohn. Denn in der viersätzigen Symphonietta Humoristica, die der deutsch-niederländische Komponist Julius Röntgen 1922 komponierte, klingt Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Musik nach.