Marburger Konzertverein

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Samstag, 18. Mai 2019
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preise B

vision string quartet

  • Jakob Encke, Violine
  • Daniel Stoll, Violine
  • Leonard Disselhorst, Cello
  • Sander Stuart, Viola
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Streichquartett G-Dur op. 77/1
  • Grażyna Bacewicz (1909 – 1969), Streichquartett Nr. 4 (1951)
  • Robert Schumann (1810 – 1856), Streichquartett A-Dur op. 41/3

„Eines der vielversprechendsten Nachwuchs-Quartette, das Handwerk und Hingabe intensiv miteinander vereint.“ — 2012 gegründet, hat sich das vision string quartet innerhalb kürzester Zeit unter den jungen Streichquartetten etabliert. Mit ihrer einzigartigen Wandlungsfähigkeit zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire und Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock, stellen die vier jungen Musiker aus Berlin zur Zeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf.

Die Konzertformate des jungen Quartetts sind vielseitig, von Auftritten in den großen klassischen Konzertsälen wie dem Gewandhaus Leipzig, der Tonhalle Düsseldorf und dem Konzerthaus Berlin, über renommierte Musikfestivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau Musik Festival, dem Schleswig-Holstein Musikfestival und dem Heidelberger Frühling, Ballettkooperationen unter John Neumeier bis hin zu „Dunkelkonzerten“ in völliger Finsternis. Livemitschnitte ihrer Konzerte sind regelmäßig in Rundfunksendungen von NDR, SWR, Bayrischer Rundfunk, WDR, Deutschlandradio Kultur, RBB und vielen mehr zu hören.

Ihr Kammermusikstudium absolvieren die vier Musiker beim Artemis Quartett in Berlin sowie bei Günter Pichler, dem Primarius des Alban Berg Quartetts, an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Weitere Impulse erhielten sie von Lehrern wie Heime Müller, Eberhardt Feltz und Gerhard Schulz sowie auf Meisterkursen des internationalen Kammermusikcampus der Jeunesses Musicales, ProQuartet in Frankreich und der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz, zu deren Stipendiaten sie gehören.

Zu den bisherigen Kammermusikpartnern zählen unter anderem Jörg Widmann, Eckart Runge vom Artemis Quartett, Haiou Zhang und Edicson Ruiz sowie das Quatuor les Dissonances, mit dem sie gemeinsam das Streichoktett von Felix Mendelssohn Bartholdy aufführten.

Highlights der Saison 2016/2017 waren Konzerte in der Philharmonie Luxemburg, ihr Debütkonzert bei den Schwetzinger SWR Festspielen und in der Elbphilharmonie Hamburg sowie Auftritte bei den Thüringer Bachwochen und dem Lucerne Festival. Im Januar 2016 gewann das Quartett beim Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb in Berlin den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Im Juni diesen Jahres wurde es außerdem mit dem renommierten Würth-Preis ausgezeichnet, zu dessen ehemaligen Preisträgern auch das Artemis Quartett, Gustavo Dudamel und Claudio Abbado gehören. 

Im November 2016, nur einen Monat nach ihrer Auszeichnung mit dem Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, erspielte sich das junge Quartett beim internationalen Concours de Génève den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. 

In der kommenden Saison stehen wieder zahlreiche Konzerte an, darunter Auftritte in der Elbphilharmonie Hamburg, im Prinzregententheater München, im Concertgebouw Amsterdam, im Pariser Louvre sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Thüringer Bachwochen und dem Podium Festival. Konzerttourneen führen sie durch Nordamerika, Brasilien, Asien, Griechenland, Portugal, Spanien, Österreich, Frankreich, England und Italien.

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Joseph Haydn, der „Vater des Streichquartetts“ schrieb mit den Werken des Opus 77 seine letzten beiden Streichquartette, in denen er im Alter von 67 noch einmal seine ganze Erfahrung zeigt und gleichzeitig in die Zukunft weist, indem er, wie in dem an diesem Abend erklingenden Streichquartett op. 77/1, deutlich über die Tonsprache des 18. Jahrhunderts hinausgeht.

Mit dem Streichquartett Nr. 4 von Grażyna Bacewicz erklingt das Werk einer polnischen Komponistin, die uns ein beeindruckendes Œuvre hinterlassen hat. Ihre Klangsprache ist geprägt vom französischen Neoklassizismus, obwohl Melodik, Harmonik und Klangfülle auch romantische Züge aufweisen. Die Werke Bacewiczs erreichen einen enormem Reichtum an Dynamik und Rhythmik, Phantasie und Klangfarben, sowie eine große Weite des Ausdrucks. Insbesondere das vierte Streichquartett weist zudem eine packende Virtuosität auf.

Im Jahr 1842 schrieb Robert Schumann in der Neuen Zeitschrift für Musik über Streichquartette: „Haydn’s, Mozart’s, Beethoven’s Quartette, wer kennte sie nicht, wer dürfte einen Stein auf sie werfen? Ist es gewiß das sprechendste Zeugniß der unzerstörbaren Lebensfrische ihrer Schöpfungen, daß sie noch nach einem halben Jahrhundert aller Herzen erfreuen, so doch gewiß kein gutes für die spätere Künstlergeneration, daß sie in so langem Zeitraume nichts jenen vergleichbares zu schaffen vermochte.” Im selben Jahr noch ging mit der Widmung an seinen „Freund Felix Mendelssohn Bartholdy in inniger Verehrung” seine Streichquartette op. 41 in Druck. Aus romantischer Begeisterung und dem Studium der Klassiker erwachsen, sollten dies seine einzigen Streichquartette bleiben, die dem Genre für die Zukunft eine Fülle neuer Ausdrucksmöglichkeiten erschlossen.