Marburger Konzertverein

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Sonntag, 22. April 2018
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preisgruppe A

Smetana Philharmoniker Prag

  • Hans Richter, Leitung
  • Jiří Šesták, Oboe
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Ouvertüre aus „Lucio Silla“
  • Richard Strauss (1864 – 1949), Konzert für Oboe und Orchester D-Dur
  • Johannes Brahms (1833 – 1897), Sinfonie e-Moll op. 98

Das Sinfonieorchester Smetana Philharmoniker Prag wurde im Jahr 2004 gegründet und gehört heute zu den profilierten Ensembles seiner Art. Das Orchester hat sich mittlerweile durch Tourneen und Neujahrskonzerte unterschiedlichster Genres in ganz Europa einen Namen gemacht. Die Musiker stellen eine geglückte Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan dar. Mitreißender Schwung, Begeisterungsfähigkeit, Musikalität und Professionalität zeichnen die Musiker der Smetana Philharmoniker Prag aus, die im April 2016 im einhundertsten Todesjahr Max Regers mit einem ganz dessen Werken gewidmeten Abend beim Marburger Konzertverein zu begeistern wussten.

Hans Richter ist der Urenkel des berühmten Hans Richter (1843 – 1916), der 1886 in Bayreuth die Uraufführung des Rings dirigiert hat. Er hat an der Musikhochschule München sowie am Richard-Strauss-Konservatorium studiert und seine Ausbildung durch Meisterklassen bei Herbert von Karajan, Kurt Masur und Sergiu Celibidache komplettiert. Als Gast- und Tourneedirigent leitete er mit großem Erfolg Orchester in Deutschland, den Musikzentren Mitteleuropas sowie in den USA und Japan.

Der 1980 geborene Solist des Abends Jiří Šesták hat seine künstlerische Ausbildung am Prager Konservatorium begonnen und anschließend an der Akademie der Künste in Prag studiert. Bereits während des Studiums nahm er erfolgreich an einer Vielzahl von Musikwettbewerben teil. Im Jahr 1997 gewann er den zweiten Preis im Musikwettbewerb der Stadt Chomutov. Außerdem wurde ihm noch im selben Jahr der erste Preis des Wettbewerbs der tschechischen Konservatorien zuerkannt. In den Jahren 1998 und 1999 gewann er jeweils den ersten Preis im Kammermusik-Wettbewerb der Stadt Prag. Darüber hinaus wurden ihm Stipendien verliehen von der Stiftung der Tschechischen Musik, der Stiftung Artist Life und der Bohuslav Martinů-Stiftung. Seit 1998 ist er festes Mitglied im Orchester der Prager Staatsoper, wo er die Solo-Oboe spielt. Im Jahr 2013 war er Mitbegründer des Prague Symphonic Ensemble, in dem er seit dieser Zeit als künstlerischer Leiter und Solo-Oboist tätig ist.

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Die Uraufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Lucio Silla“ dauerte einschließlich dreier Ballettmusiken vier Stunden. Belohnt für ihre Geduld wurden die Zuhörer jedoch durch die erstaunlich reife Musik des an diesem Tag noch nicht 17-jährigen Mozart, dessen große Begabung, die menschlichen Seelenregungen in Musik zu übersetzen, bereits deutlich zu hören war und immer noch ist. Die Smetana Philharmoniker Prag eröffnen den Abend mit der Ouvertüre zu dieser frühen Mozartoper.

Im Gegensatz dazu war Richard Strauss bereits in seinem achtzigsten Lebensjahr, als 1945 in den ersten Tagen der amerikanischen Besatzung eines der wichtigsten Werke für Oboe, nämlich das Konzert für Oboe und kleines Orchester in D-Dur, entstand. Ein durch und durch kammermusikalisches Werk, voller Heiterkeit und Erinnerungen an das Lebenswerk des großen Komponisten, das von seinem Solisten alles fordert.

Die Sinfonie Nr. 4 in e-Moll op. 98 ist die letzte Sinfonie aus der Feder von Johannes Brahms, sie entstand während der Sommeraufenthalte 1884 und 1885 in Mürzzuschlag in der Steiermark. Ihre Uraufführung fand im Jahr 1885 mit der Meininger Hofkapelle unter der Leitung von Brahms selbst in Meiningen statt. Die Wiener Erstaufführung jedoch erfolgte unter dem Dirigat von Hans Richter, dem Urgroßvater des Dirigenten der heutigen Aufführung.