Marburger Konzertverein

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Sonntag, 5. Februar 2017
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preiskategorie A

Nordwestdeutsche Philharmonie Herford

  • Dirk Kaftan, Leitung
  • Liza Ferschtman, Violine
  • Alban Berg (1885 – 1935), Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“
  • Anton Bruckner (1824 – 1896), Sinfonie Nr. 4 Es-Dur „Romantische“ WAB 104

Im Anschluss findet ein Künstlergespräch statt, gefördert vom Kulturamt Marburg. Herzliche Einladung.

Die Nordwestdeutsche Philharmonie Herford (NWD-Philharmonie) ist eines der großen Sinfonieorchester Nordrhein-Westfalens. Sie hat beim Marburger Konzertverein am 26. März 2003 ein großes sinfonisches Programm begeisternd ausgeführt. Freuen Sie sich auf das Wiedersehen.

Der 1971 in Marburg geborene und in der Eifel und in Kanada aufgewachsene Dirigent Dirk Kaftan begann seine musikalische Laufbahn als Korrepetitor an der Oper in Trier. Er war schnell erfolgreich als Operndirigent, Erster Kapellmeister an der Oper Graz, fünf Jahre lang GMD in Augsburg und von 2013 bis 2016 GMD in Graz, erhielt dort den Karl-Böhm-Interpretationspreis und gastierte an der Volksoper Wien, der Königlichen Oper Kopenhagen, der Deutschen Oper Berlin und der Semperoper in Dresden und bei den Bregenzer Festspielen 2016. Inzwischen hat er sich dem sinfonischen Bereich zugewendet und wird 2017 die Stelle des Generalmusikdirektors des Beethoven-Orchesters Bonn antreten.

Liza Ferschtman ist zur Zeit neben Janine Janssen und Isabelle van Keulen wohl die international am meisten beachtete Geigerin der Niederlande. Als sie Ende Januar 2015 beim Marburger Konzertverein mit Prokofiews zweitem Violinkonzert debütierte, hat sie Publikum und Rezensenten begeistert. Die Oberhessische Presse (Michael Arndt) hob Liza Ferschtmans „schwelgerischen, noch im Pianissimo sonor-tragfähigen Gesangston“ hervor und auch ihre Beherrschung „mühelos alle(r) Register virtuoser Geigenkunst" (OP 2.2.2015). Die „bewegende Zugabe“ des dritten Satzes (Sarabande) aus Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2 für Violine solo ist unvergessen.

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Ein Requiem für Manon Gropius

Der erste Anstoß zur Komposition des Violinkonzerts von Alban Berg war ein Kompositionsauftrag des amerikanischen Geigers Louis Krasner im Februar 1935. Die Mitte August 1935 vollendete Komposition verzichtet auf jegliche Bravour-Entfaltung und vordergründige Virtuoseneffekte der Solovioline. Der tiefe Ernst des Werks geht auf den Tod von Manon Gropius zurück, der Tochter von Alma Mahler-Werfel mit dem Architekten Walter Gropius, die Ende April 1935, erst achtzehn Jahre alt, an Kinderlähmung verstorben war.

Zum Ende des Konzerts zitiert Alban Berg aus Johann Sebastian Bachs Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ den Choral „Es ist genug! Herr, wenn es Dir gefällt, so spanne mich doch aus“. Dieser ernste und emotionale Höhepunkt des Violinkonzerts führt in die Schlusspassagen des höchst eindrucksvollen Werks, eines der bedeutendsten Violinkonzerte des zwanzigsten Jahrhunderts.