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Freitag, 24. Februar 2023
20:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise A

Philharmonisches Orchester Gießen | Opernchor des Stadttheaters Gießen
Sommernachtstraum

  • Andreas Schüller, Leitung
  • Annika Gerhards & Julia Araújo, Sopran
  • Jana Marković, Mezzosopran
  • Clarke Ruth, Bass
  • Henry Purcell (1659 – 1695), Ausschnitte aus „The fairy Queen“ (1692)
  • Luigi Dallapiccola (1904 – 1975), Piccola musica notturna (1954)
  • Carl Maria von Weber (1786 – 1826), Ouvertüre zu „Oberon“ (1826)
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ op. 61 (1827)

Das 1933 gegründete Philharmonische Orchester Gießen erregt überregionale Aufmerksamkeit. Neben den breit gefächerten Aufgaben eines Opernorchesters in einem Dreispartenhaus unterhält es auch eine eigene Reihe von jährlichen Sinfoniekonzerten. Internationale Solisten und unterschiedlichste Dirigentenpersönlichkeiten am Pult haben das Orchester über die Jahre zu dem gemacht, was es heute ist. Neben dem gängigen Opernrepertoire widmen sich die Musikerinnen und Musiker auch immer wieder seltener aufgeführten Werken wie beispielsweise Verdis Oberto und auch neuen Werken oder deutschen Erstaufführungen von Gian Carlo Menotti, Nino Rota, Werner Egk sowie Moritz Eggert. — Die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters Gießen bestechen durch ihre Vielseitigkeit und ihre Hingabe an außergewöhnliche musikalische Projekte und Herausforderungen.

Die Solist*innen des Abends sowie der Opernchor entstammen dem Ensemble des Stadttheaters Gießen.

Andreas Schüller begann seine Dirigentenkarriere schon in jungen Jahren in seiner Heimatstadt Berlin. Eine Assistenz brachte ihn 2002 zu den Salzburger Festspielen. In der Saison 2003/2004 wurde Andreas Schüller an die Wiener Volksoper verpflichtet, wo er seit dem als Dirigent tätig ist. Weitere Engagements führten ihn an Opernhäuser in Leipzig, Berlin, Köln, Karlsruhe und Graz. Konzerte dirigierte er in den letzten Jahren beim Rheingau Festival, beim Istanbul Philharmonic Orchestra, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, dem Kolumbianischen Nationalorchester Bogotá, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, den Münchner Symphonikern, der Jenaer Philharmonie, den Bremer Philharmonikern, am Concertgebouw Amsterdam, bei der Rheinischen Philharmonie Koblenz und weiteren Orchestern. Seit der Saison 2013/2014 war Andreas Schüller Chefdirigent der Staatsoperette Dresden und damit für die musikalischen Belange des Traditionshauses verantwortlich – bis er in dieser Saison als GMD ans Stadttheater Gießen berufen wurde.

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Drei der vier Werke, die heute Abend erklingen, sind von William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ inspiriert worden. Das früheste stammt von 1692. Der britische Komponist Henry Purcell und sein anonym gebliebener Librettist haben die Vorlage sehr frei bearbeitet und ein außergewöhnlich spektakuläres Werk geschaffen. Die Produktion von „The Fairy Queen“ (Die Feenkönigin) war eine der aufwendigsten, die jemals auf einer englischen Bühne geboten wurde. Das Stück ist sowohl Oper als auch Bühnenmusik zu einem Schauspiel und Ballett. In England heißt dieses Genre „Masque“ – feierliches Maskenspiel.

Keinen Bezug zu Shakespeares Komödie hat die „Piccola musica notturna“ (Kleine Nachtmusik), die Luigi Dallapiccola 1954 komponiert hat. Zu dem Werk ist er durch das Gedicht „Noche de verano“ (Sommernacht) von Antonio Machado beeinflusst worden. Es beschreibt einen bei Nacht verlassenen Dorfplatz, auf den das Mondlicht schwarze Schatten wirft. Diese Gefühle von gespenstischer Einsamkeit haben Dallapiccola zu introvertierten, zarten Klängen inspiriert, die ab und zu durch geisterhafte, blitzartig schrille Einwürfe unterbrochen werden.

Die Oper „Oberon“ entstand als Auftragsarbeit für das Londoner Covent Garden Theatre, wo sie 1826 uraufgeführt wurde. Carl Maria von Weber und sein Textdichter James Robinson Planché stützten sich vorwiegend auf das deutsche Epos „Oberon“ von Christoph Martin Wieland, griffen aber auch auf Shakespeares „Sommernachtstraum“ und „Der Sturm“ zurück. Das wichtigste Motiv des Werks erklingt bereits am Beginn der Ouvertüre: Der Hornruf des Ritters Hüon gilt als Inbegriff romantischer Verschmelzung von Naturmotivik und Klangsymbolik.

Die Musik zu Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ist im Abstand von 17 Jahren entstanden. Keimzelle ist die meisterhafte Ouvertüre, die der 17-jährige Komponist 1826 als Stück für den Konzertsaal geschaffen hat. Als er 1843 den Auftrag erhielt, für das Potsdamer Schlosstheater eine Schauspielmusik zu Shakespeares Komödie zu komponieren, holte Mendelssohn die Ouvertüre wieder hervor und fügte zwölf Nummern, teilweise für Gesang und Orchester, hinzu. Das wohl berühmteste Stück ist der „Hochzeitsmarsch“.