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Montag, 23. Januar 2023
20:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise B

Trio E.T.A

  • Elene Meipariani, Violine
  • Till Schuler, Violoncello
  • Till Hoffmann, Klavier
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Trio fis-Moll Hob XV:26
  • Johannes Brahms (1833 – 1897), Trio A-Dur op. posth.
  • César Franck (1822 – 1890), Trio fis-Moll op. 1/1

Aus gutem Grund verneigt sich das 2019 in Hamburg gegründete Trio E.T.A. mit seinem Namen vor dem Schriftsteller, Komponisten und Kritiker E. T. A. Hoffmann: Elene Meipariani, Till Schuler und Till Hoffmann haben ihr Triospiel mit romantischer Musik begonnen, lieben künstlerische Querverbindungen und beschäftigen sich mit dem kammermusikalischem Repertoire von der Klassik bis hin zur zeitgenössischen Musik.

2021 gewann das junge Ensemble den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, den Sonderpreis des Rotary-Clubs Bonn sowie den Preis der Freunde junger Musiker Deutschland – und wird seitdem mit einer Vielzahl an Konzerten sowie Radio- und Fernsehproduktionen in seiner vielversprechenden Entwicklung unterstützt. Das Trio debütierte 2021/2022 unter anderem im Konzerthaus Berlin, beim Europäischen Kulturforum Mainau, im Beethovenhaus Bonn, bei den Weingartner Musiktagen und bei den Weilburger Schlosskonzerten.

Trio E.T.A. wird von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert und erhält künstlerische Impulse von Dirk Mommertz, Eberhard Feltz, Priya Mitchell und Niklas Schmidt.

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Im Schaffen von Joseph Haydn besitzen die Klaviertrios an Umfang und Bedeutung einen ähnlich großen Stellenwert wie die Streichquartette. Heute Abend erklingt ein Werk aus der letzten und bedeutendsten Gruppe, die Haydn in den späten 1790er-Jahren während seiner triumphalen England-Reisen komponiert und einer Reihe offenbar sehr gut Klavier spielenden Frauen gewidmet hat. Im zweiten Satz des fis-Moll-Trios Hob XV:26, einem schwermütigen Adagio, gibt es sogar einen Bezug zu Haydns sinfonischem Schaffen: Der Komponist hat es kurz danach in seiner B-Dur-Sinfonie Hob I:102, der vierten von sechs „Londoner“ Sinfonien, wiederverwendet.

Johannes Brahms hat drei Klaviertrios komponiert. Ja, und dann wurde 1938 noch ein A-Dur-Trio veröffentlicht, das nur in einer Kopistenhandschrift ohne Titelblatt und Komponistennamen überliefert worden war. Die Herausgeber schrieben es Brahms zu, weil es eine gewisse Nähe zu seinem Frühwerk gibt, vor allem zum H-Dur-Klaviertrio op. 8. Spätere Forscher zweifelten jedoch Brahms als Urheber an, da das Werk zwar in der Anlage ehrgeizig, in der Erfindung aber sehr viel schwächer als Opus 8 sei. Möglicherweise stamme es von einem etwas jüngeren und weniger begabten Komponisten, der es unter dem direkten Einfluss von Opus 8 verfasst hat.

Noch keine 20 Jahre alt war César Franck, als er Anfang der 1840er-Jahre seine vier Klaviertrios komponierte. Wer sie hört, ist überrascht vom Selbstbewusstsein und der technischen Meisterschaft des jungen Komponisten. Heute Abend erklingt das selten gespielte fis-Moll-Trio op. 1/1.