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Sonntag, 30. Oktober 2022
19:00 • Erwin-Piscator-Haus • Preise B

Alexej Gorlatch | Klavierabend

  • Alexej Gorlatch, Klavier
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Sonate e-Moll Hob XVI:34
  • Ludwig van Beethoven (1770 – 1827), Sonate d-Moll „Der Sturm“ op. 31/2
  • Frédéric Chopin (1810 – 1849), Scherzo Nr. 2 b-Moll op. 31
  •   Étude op. 10/3 Lento ma non troppo
  •   Étude op. 10/4 Presto
  •   Prélude op. 28/4 Largo
  •   Prélude op. 28/15 Sostenuto „Regentropfen“
  •   Polonaise As-Dur op. 53

Bitte beachten Sie die frühere Anfangszeit sonntags!

Alexej Gorlatch ist Professor für Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Von 2016 bis 2020 hatte er eine Professur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main inne. Er lehrte zuvor an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, gibt Meisterkurse in Europa, Asien und den USA und war Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben.

Sein Studium absolvierte er an der Universität der Künste Berlin bei Martin Hughes und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke, wo er mit dem Konzertexamen abschloss.

Seinem spektakulären Sieg beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb, wo Alexej Gorlatch den Ersten Preis, den Publikumspreis und zahlreiche Sonderpreise entgegennehmen durfte, war eine bemerkenswerte musikalische Laufbahn vorausgegangen – innerhalb von nur sechs Jahren bekam er die Ersten Preise von neun bedeutenden internationalen Klavierwettbewerben zugesprochen, darunter bei der Hamamatsu International Piano Competition 2006, dem Deutschen Musikwettbewerb 2008, Internationalen Anton G. Rubinstein-Wettbewerb 2009 und der Dublin International Piano Competition 2009, zudem errang er ebenfalls 2009 die Silbermedaille bei der Leeds International Pianoforte Competition.

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Auch wenn Joseph Haydn kein Klaviervirtuose wie Wolfgang Amadeus Mozart war, galt er doch als erfahrener Pianist und Organist, der an den verschiedenen Tasteninstrumenten unterrichtete, improvisierte und für diese komponierte. Seine Sonaten schrieb er anfangs noch für Cembalo und Clavichord, später dann fürs Hammerklavier. So auch die 1783 publizierte e-Moll-Sonate Hob XVI:34, mit der Alexej Gorlatsch seinen Klavierabend beginnt – ein Werk, dass bereits romantische Züge trägt.

Das weitere Programm widmet sich zwei Meistern, die zu den herausragenden Pianisten ihrer Zeit zählten. Ludwig van Beethoven schuf für sein Instrument 32 Sonaten dazu eine Vielzahl weitere Solostücke sowie fünf Klavierkonzerte. Keine Sonate gleicht der anderen, fast scheint es, als habe der Komponist in jedem Werk die Gattung neu erfinden wollen. Und immer gelang es ihm, einen in der Geschichte der Klaviermusik völlig neuen überbordenden Ausdruckswillen und eine fast manisch wirkende Selbstdarstellung formal zu bändigen. Die d-Moll-Sonate op. 31 Nr. 2 mit dem Beinamen „Sturm“ ist das mittlere Stück eines dreiteiligen Zyklus. Dessen Teile könnte man kurz mit folgenden Attributen charakterisieren: heiter – dämonisch – brillant. Parallel arbeitete Beethoven an seiner dritten Sinfonie, der „Eroica“ und er verfasste das „Heiligenstädter Testament“ – jenes erschütternde Dokument, in dem er offen seine seit 1798 forschreitende Ertaubung ansprach.

Während Beethoven auch mit seinen Sinfonien und Kammermusikwerken Musikgeschichte geschrieben hat, besteht das Schaffen des polnischen Komponisten und Pianisten Frédéric Chopin vorwiegend aus Klavierwerken. Chopins polnische Herkunft spiegelt sich in der Melodik und Rhythmik seiner Musik. Für den Stil seiner Klavierwerke ist, neben chromatischer Harmonik, das Einflechten improvisatorischer Elemente und die Verzierungskunst des italienischen Oper-Belcanto kennzeichnend. Das 1837 komponierte b-Moll-Scherzo erinnert an eine Walzerfantasie. Die 1829 bis 1832 geschriebenen zwölf Etüden op. 10 hat Chopin seinem Freund Franz Liszt gewidmet. Die Préludes op. 28 hat der todkranke Komponist in jener Zeit vollendet, über die seine Gefährtin George Sand in ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“ berichtet hat. Und in seiner As-Dur-Polonaise op. 53 von 1842 legt Chopin ein klingendes Bekenntnis zu seiner polnischen Heimat ab.