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Sonntag, 17. Februar 2019
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preise A

Fauré Quartett
Bilder zweier Ausstellungen

  • Dirk Mommertz, Klavier
  • Erika Geldsetzer, Violine
  • Sascha Frömbling, Viola
  • Konstantin Heidrich, Violoncello
  • Sergei Rachmaninow (1873 – 1943), Études-Tableaux op. 33 & 39 Bearbeitung für Klavierquartett
  • Robert Schumann (1810 – 1856), Klavierquartett Es-Dur op. 47
  • Modest Mussorgski (1839 – 1881), Bilder einer Ausstellung (1874) Bearbeitung für Klavierquartett von Fauré Quartett & Grigory Gruzman

„Kammermusik ist die einzig wahre Form der Musik und der authentischste Ausdruck der Persönlichkeit“, darauf bestand Gabriel Fauré, der Namensgeber des 1995 im Jahr des 150sten Geburtstags des französischen Komponisten gegründeten Fauré Quartetts. Diese Aussage verinnerlichend hat sich das seit seiner Gründung in unveränderter Zusammensetzung musizierende Fauré Quartett seinen Ruf als Ensemble mit absoluter Weltgeltung im Bereich der Gattung Klavierquartett erspielt. Wichtige Impulse auf seinem Weg zur Weltspitze erhielt das Ensemble unter anderem vom Alban Berg Quartett, Jörg-Wolfgang Jahn, Misha Katz und Mikhail Bezverkhny.

Die Liste der Preise und Ehrungen, die sich auf diesem Weg ergeben haben, ist lang. Nach einem ECHO Klassik für „Klassik ohne Grenzen“ im Jahr 2010, dem zweiten seiner Art nach den „Klavierquartetten“ von Johannes Brahms als Kammermusikeinspielung des Jahres in 2008 folgten Auszeichnungen wie der Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, der Ensemblepreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und Internationale Wettbewerbspreise von der Deutschen Schallplattenkritik bis hin zum Brahmspreis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein 2012 und dem Musikpreis der Stadt Duisburg 2012.

Weltweit konzertieren die vier Musiker in vielen namhaften Konzertreihen und Festivals. Auf ihren zahlreichen Reisen gastieren sie in den wichtigsten Häusern der internationalen Konzertwelt vom Concertgebouw Amsterdam über die Alte Oper Frankfurt und die Berliner Philharmonie bis hin zum Teatro Colón Buenos Aires und die Wigmore Hall London, wo sie inzwischen fast jährlich Station machen.

2004 von der Hochschule für Musik Karlsruhe zu ihrem „Ensemble in Residence“ erkoren, konzertiert und unterrichtet das Fauré Quartettes dort mehrfach pro Jahr Meisterklassen. Die Mitglieder unterrichten im Rahmen von Professuren und Lehraufträgen an der Royal Academy of Music London, der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Theater München sowie Meisterklassen in Deutschland, Italien, Norwegen und den USA. Darüber hinaus gehörte die künstlerische Leitung des Festspielfrühlings Rügen ebenso zu den herausragenden Aktivitäten des Fauré Quartetts.

Die in den letzten Jahren gestiegenen Ansprüche an die Vielfalt des kammermusikalischen Repertoires nutzen die Musiker des Quartett als Chance, erforschen immer wieder neue Klangfelder der Kammermusik und bringen Kompositionen auf die Bühne, die bislang so noch nicht zu hören waren. Zusammenarbeiten mit der NDR Big Band und Künstlern wie Rufus Wainwright or Sven Helbig gehören dabei ebenso dazu wie Auftritte in Clubs wie Berghain, Cocoon Club oder Le Poisson Rouge New York. Ob im KIKA oder durch ihr Engagement bei „Rhapsody in School“ versuchen sie Kinder für die Kammermusik zu begeistern.

Seit 2006 entstanden Aufnahmen, die Maßstäbe setzen, hoch gelobte Alben mit Werken von Mozart, Brahms, Mendelssohn und den Popsongs von Peter Gabriel bis Steely Dan, sowie ein Album mit Quartetten von Mahler und Strauss. Aktuell macht das Quartett mit der Weltersteinspielung der Werke des heutigen Abends von sich reden.

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Nach einem von Presse und Publikum gleichermaßen gefeierten Abend mit dem Klavierquartettsatz a-Moll von Gustav Mahler und zwei Klavierquartetten von Johannes Brahms in der letzten Saison, bringt uns das Fauré Quartett am heutigen Abend unter anderem zwei Bilderzyklen in eigener Bearbeitung zu Gehör, die in dieser Fassung in Marburg erstmalig zu hören sind: neben den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski erklingen auch zwei der „Etudes Tableaux“ von Sergei Rachmaninow. Beide Werke wurden ursprünglich komponiert für Klavier, dann in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Ravel und Respighi zu orchestralen Welterfolgen gemacht, deren Popularität bis heute anhält. Fast 100 Jahre später arbeiten Dirk Mommertz und Grigory Gruzman für das Fauré Quartett die beiden berühmten Werke noch einmal um. Dieses Mal für Klavierquartett, denn, so Dirk Mommertz, „ein Kammermusikensemble ist geradezu prädestiniert, mit Klavier und Streichern die gesamte klangliche Bandbreite zu präsentieren“.

Mit Robert Schumanns einzigem, im sogenannten „Kammermusikjahr“ 1842 entstandenen Klavierquartett Es-Dur op. 47, das er mit der ihm eigenen Schnelligkeit in nur fünf Wochen entwarf und instrumentierte, erklingt ein Werk, dessen vier Sätze in sich und untereinander thematisch aufs engste verwoben sind. Clara Schumann, die bei der Uraufführung des Werkes den Klavierpart übernahm, kommentierte das Quartett im Entstehungsjahr mit den Worten: „Abends spielten wir Roberts Es-Dur-Quartett … und ich war wahrhaft entzückt wieder von diesem schönen Werke, das so jugendlich und frisch ist, als wäre es das erste“.