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Freitag, 1. Februar 2019
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preise A

Philharmonisches Orchester Gießen

  • Rubén Dubrovsky, Leitung
  • Maria Bader-Kubizek, Violine
  • Rachel Frost, Oboe
  • Katherine Mandl, Fagott
  • Rudolf Leopold, Cello
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Sinfonie Nr. 6 D-Dur „Der Morgen“ HOB I:6
  • Joseph Haydn, Sinfonia Concertante B-Dur op. 84 HOB I:105
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Serenade Nr. 4 D-Dur KV 203/189ba

Für den erkrankten Michael Hofstetter übernimmt Rubén Dubrovsky die Leitung.

Das 1933 gegründete Philharmonische Orchester Gießen erregt überregionale Aufmerksamkeit. Neben den breit gefächerten Aufgaben eines Opernorchesters in einem Dreispartenhaus unterhält es auch eine eigene Reihe von jährlichen Sinfoniekonzerten. Internationale Solisten und unterschiedlichste Dirigentenpersönlichkeiten am Pult haben das Orchester über die Jahre zu dem gemacht, was es heute ist. Neben dem gängigen Opernrepertoire, zu dem in der Saison 2017/2018 beispielsweise ein gefeierter Don Giovanni gehörte, widmen sich die Musikerinnen und Musiker auch immer wieder seltener aufgeführten Werken wie beispielsweise Verdis Oberto. Unter der musikalischen Leitung von Herbert Gietzen wurden Werke Gian Carlo Menottis erarbeitet, darunter die europäische Erstaufführung der Oper Juana la Loca und Der Konsul, ebenso Nino Rotas Der Florentiner Hut, Werner Egks Der Revisor und andere deutsche Erstaufführungen. Besonders bemerkenswerte musikalische Erlebnisse bot die von der Presse viel beachtete Zusammenarbeit des Orchesters mit dem Komponisten und Pianisten Moritz Eggert in den Jahren 2015 und 2017, darunter eine deutsche Erstaufführung, die das Philharmonische Orchester unter der Leitung des Komponisten und mit ihm in der Rolle des Solisten präsentierte.

Darüber hinaus trat das Orchester unter der bewährten Leitung seines Generalmusikdirektors Michael Hofstetter auch mit dem Musiktheater-Projekt Kronos und Kairos hervor, das Werke unter anderem von Andrea und Giovanni Gabrieli, Michael Praetorius und Heinrich Schütz sowie eigens dazu von Richard van Schoor komponierten Klänge besonders sinnlich erfahrbar machte.

Die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters Gießen bestechen durch ihre Vielseitigkeit und ihre Hingabe an außergewöhnliche musikalische Projekte und Herausforderungen.

Rubén Dubrovsky stammt aus einer polnisch-italienischen Künstlerfamilie und wurde in Buenos Aires geboren. Zum einen prägte ihn seine klassische Ausbildung als Cellist und Dirigent, zum anderen aber auch seine leidenschaftliche Forschungsarbeit über die gemeinsamen Wurzeln von südamerikanischer Musik und europäischer Barockmusik. Seine Arbeit wurde 2015 in der TV-Produktion Bach to the roots dokumentiert. Als Dirigent konzentrierte sich Rubén Dubrovsky zunächst auf die Oper und dirigierte unter anderem Vivaldis Orlando Furioso in Bonn, Martin y Solers L’Arbore di Diana in Valencia, Monteverdis L’incoronazione di Poppea an der Semperoper Dresden, außerdem am Theater an der Wien die erste Wiener Produktion von Mozarts La clemenza di Tito auf Originalinstrumenten. Zudem entdeckte er bedeutende Werke für die Bühne wieder, darunter Alessandro Scarlattis Marco Attilio Regolo, das Oratorium Cristo Nell`Orto von Johann Joseph Fux sowie Porporas Polifemo. Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit bilden die Opern von Georg Friedrich Händel. Am Staatstheater Darmstadt war er mit Mozarts Così fan tutte und Le nozze di Figaro zu Gast, am Theater an der Wien mit Händels Oreste, am Nationaltheater Mannheim u ter anderem mit Mozarts Idomeneo und Mitridate, re di Ponto – dies im Rokokotheater Schwetzingen –, Rossinis Tancredi sowie Glucks Alceste. Zudem ist Rubén Dubrovsky künstlerischer Leiter des Third Coast Baroque in Chicago sowie Mitbegründer und Leiter des Bach Consort Wien. Am Stadttheater Gießen stand er bereits für das 1. Sinfoniekonzert der Saison 2018/2019 am Pult.

Maria Bader-Kubizek studierte Violine in Wien, Salzburg und London und wurde musikalisch besonders geprägt von Sándor Végh und Nikolaus Harnoncourt, mit dem sie eine langjährige Zusammenarbeit sowohl bei Concentus Musicus als auch beim Chamber Orchestra of Europe verband. In diesem Zusammenhang spielte sie unter namhaften Dirigenten wie etwa Claudio Abbado, George Solti, Carlo Maria Giulini, Pierre Boulez oder Yannick Nézet-Séguin.

Als Konzertmeisterin und Solistin war und ist Maria Bader-Kubizek seit vielen Jahren mit den unterschiedlichsten Orchestern und Formationen wie der HaydnAkademie Eisenstadt, der Capella Czestochoviensis für Alte Musik in Polen, dem Kammerorchester Basel, der Kölner Akademie, dem Ensemble recreationBAROCK in Graz, mit Il Concerto Viennese und vielen anderen tätig und arbeitete dabei unter anderem mit Künstlern wie Andreas Scholl, Jean Rondeau, Florian Boesch, Werner Güra, Dorothee Mields, Christophe Coin oder Paul Gulda zusammen. Als Solistin war sie häufig im Wiener Konzertverein zu Gast, wo sie alle Mozart-Violinkonzerte spielte. Regelmäßig ist sie zu hören auf Schloß Esterházy in Eisenstadt. Mit der Haydn Akademie Eisenstadt, der Capella Istropolitana Bratislava, dem Wiener Mozart Orchester und Budapest Chamber Symphony trat sie in Europa und Japan auf.

Maria Bader-Kubizek ist leidenschaftliche Kammermusikerin und spielt, wann immer möglich, auf Originalklang-Instrumenten aus der Zeit der jeweiligen Komposition. So wirkte sie an verschiedenen Aufnahmen mit, deren Repertoire von Biber bis hin zu Mendelssohn reicht.

Rachel Frost ist seit 1992 Solo-Englischhornistin und Oboistin des Chamber Orchestra of Europe und arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Bernard Haitink sowie Yannick Nezet-Seguin. Sie studierte Geographie an der University of Cambridge, erhielt Oboenunterricht von Leon Goossens und Celia Nicklin und gewann den Instrumental Award des Fitzwilliam College. Während ihres Musikstudiums an der Royal Academy of Music in London gewann Sie den 1. Preis des Oboen-Wettbewerbs sowie ein Stipendium für weitere Studien bei Prof. Ingo Goritzki an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Sie erhielt Einladungen als Solo-Oboistin und Solo-Englischhornistin vom Chamber Orchestra of Europe, dem London Philharmonic Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, den London Mozart Players sowie dem Gewandhausorchester Leipzig. Als Mitglied der Wind Soloists of the Chamber Orchestra of Europe hat sie bei zahlreichen Kammermusik-Einspielung mitgewirkt. Seit 2012 spielt sie in ihrem eigenen Kammermusik-Ensemble, dem Trio Roseau.

Katherine Mandl studierte Konzertfach Fagott und IGP1 an der Musikhochschule Wien sowie historische Fagottinstrumente am Conservatorio Dall’Abaco in Verona. In der Folge wirkte sie in zahlreichen Ensembles und Orchestern mit, dies mit dem modernen wie auch den historischen Fagotten: unter anderem beim Wiener Kammerorchester, dem Synchron Stage Orchestra, der HaydnAkademie, dem Concilium musicum, dem Ensemble dolce risonanza sowie dem Ensemble Süßholzraspeln. Darüber hinaus ist sie seit 1997 als Musikschullehrerin an den Niederösterreichischen Musikschulen sowie als freiberufliche Fagottistin tätig.

Rudolf Leopold, geboren und aufgewachsen in Wien, studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Cello, daneben Klavier und Komposition. Bald nach seinem Studienabschluss begann er dort Kammermusik zu unterrichten, seit 1990 ist er Professor für Violoncello an der Kunstuniversität Graz. Bekannt wurde Rudolf Leopold als Mitglied des Franz Schubert Quartetts, 1979 gründete er das Wiener Streichsextett. Mit diesem Ensemble nahm er zahlreiche CDs für EMI und Pan Classics auf und schrieb auch eine Menge Arrangements, die zum Teil eingespielt und verlegt wurden. Mit der Aufführungspraxis barocker Musik hat sich Rudolf Leopold seit seiner Jugend beschäftigt; er wirkt bis heute in dem von Nikolaus Harnoncourt gegründeten Concentus Musicus Wien als Solocellist mit. Ihm verdankt er wichtige Anregungen. 2006 gründete er sein eigenes Ensemble Il Concerto Viennese. Rudolf Leopold spielt auf einem italienischen Cello aus dem Jahre 1679, dessen Boden von Andrea Guarneri stammt.

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Im Jahr 1761 schrieb Joseph Haydn mit der Tageszeiten-Trilogie seinen einzigen zusammenhängenden Zyklus von Sinfonien. Ihm entstammt die Sinfonie Nr. 6 D-Dur „Le matin“ (Der Morgen) – das erste Werk für seinen neuen Arbeitgeber, Fürst Paul Anton Esterházy – ebenso wie die Nummern 7 „ Le midi“ (Der Mittag) und 8 „Le soir“ (Der Abend). Deutlich erkennbar sind in diesen Werken die beiden Pole Haydnschen Schaffens, vorwärtsdrängende Experimentierfreudigkeit einerseits und das Zurückgreifen auf Althergebrachtes andererseits.

Die Sinfonia Concertante B-Dur op. 84 entstand im Jahr 1792 in London, wo sie mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Der Morning Herald berichtete von diesem Ereignis: „Die letzte Aufführung in Salomons Konzerten verdient als einer der reichsten Genüsse erwähnt zu werden, die diese Saison bisher geboten hat. Eine neue ‚Concertante‘ von Haydn verband alle Vortrefflichkeit an Musik, sie war gründlich, lebhaft, anrührend und originell, und die Aufführung stand im Einklang mit dem Rang der Komposition.“

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte die Serenade Nr. 4 D-Dur KV 203 im August 1774 für Zeremonien an der Universität Salzburg. Sie trägt den Beinamen Colloredo-Serenade nach Mozarts Arbeitgeber, dem Erzbischof von Salzburg, Graf Hieronymus von Colloredo. Den Kern der Serenade bilden fünf Sätze, in denen im zweiten, dritten und vierten Satz die Solovioline prominent hervortritt, so dass sich ein dreisätziges Violinkonzert innerhalb der Serenade ergibt.