Marburger Konzertverein

Konzertsaison 2017/2018 Kalender abonnieren

Mittwoch, 28. Februar 2018
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preisgruppe B

Bell’ Arte Trio

  • Noé Inui, Violine
  • Benedict Kloeckner, Violoncello
  • Vassilis Varvaresos, Klavier
  • Franz Schubert (1797 – 1828), Klaviertrio Es-Dur op. 100 D 929
  • Camille Saint-Saëns (1835 – 1921), Klaviertrio Nr. 1 F-Dur op. 18

Die Musiker des erfolgreichen 2012 gegründeten Bell’ Arte Trios sind als Solisten alle Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe. Die Musiker haben griechisch-japanische, griechische und deutsche Wurzeln, und gemeinsam ist ihnen die Leidenschaft für die Kammermusik. Bereits kurz nach seiner Gründung konzertierte das Trio in Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie oder der Carnegie Hall New York. Seit ihrem gefeierten Debüt im Diligentia Den Haag spielen sie regelmäßig im Concertgebouw Amsterdam oder im Münchner Gasteig. Neben seinen großen technischen und musikalischen Möglichkeiten besticht das Trio durch sein ausdrucksstarkes Zusammenspiel, große Klarheit und ansteckende Begeisterung.

Der vielfach ausgezeichnete Noé Inui tritt in Europa als Solist mit renommierten Orchestern und Dirigenten in Konzertsälen wie beispielsweise dem Bonner Beethovenhaus oder der Tonhalle in Düsseldorf auf, wo er die wichtigsten Violinkonzerte ebenso aufführt wie weniger bekannte Werke von Komponisten wie Korngold, Milhaud, Weill oder Hartmann. Seine letzte große Auszeichnung erhielt er beim „Verbier Festival 2012“, wo er den renommierten „Prix d’Honneur, Prix Julius Bär“ erhielt. Seit 2011 erfolgen jährliche Tourneen durch Japan als Solist mit den Nagoya Philharmonic und dem Japan Philharmonic Orchestra. Kammermusik spielte Noé Inui unter anderem mit Julien Quentin, Martha Argerich und Leonidas Kavakos. Als Duo arbeitet er eng zusammen mit dem griechischen Pianisten Vassilis Varvaresos, mit dem er in vielen europäischen Ländern Erfolge feiern konnte. Noé Inuis Spiel verbindet enormes technisches Können mit einem großen Empfindungsreichtum. Er spielt auf einer Tomasso Balestrieri (Mantua) von 1764.

Der Cellist Benedict Kloeckner konzertiert weltweit als Solist mit erstklassigen Orchestern wie dem Royal Philharmonic Orchestra London, der Deutschen Radiophilharmonie oder dem MDR Radio Sinfonieorchester in Konzerthallen wie der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall New York oder dem Wiener Musikverein. Als Kammermusiker war er bereits zu hören mit Größen wie Christoph Eschenbach, Gidon Kremer, Anne Sophie Mutter und Sir András Schiff, und er ist gern gesehener Gast bei Festivals in aller Welt. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe wie des Nicolas Firmenich Preises des Verbier Festival und der Manhattan International Music Competition New York (2016). Seit 2014 ist Benedict Klöckner der künstlerische Leiter des von ihm gegründeten „Internationalen Musikfestival Koblenz“ mit hochkarätigen Konzerten und weltweit gefragten Künstlern wie Vilde Frang oder der in Marburg hoch geschätzten Tianwa Yang.

Als Gewinner des 17. Instrumentenwettbewerbs der Stiftung Musikleben wurde ihm ein Violoncello von Francesco Rugeri (1680) zugesprochen.

Der griechische Pianist Vassilis Varvaresos gilt als einer der vielversprechendsten Pianisten seiner Generation. Er debütierte in den vergangenen drei Jahren mit Soloabenden in Zürich, beim Wiener Musikverein und in der Berliner Philharmonie. Er ist vielfacher Preisträger, unter anderem der George Enescu International Piano Competition 2014 und der Piano Masters Competition 2015 in Monte Carlo. Mit seinen Kammermusikpartnern, zu denen beispielsweise auch die bekannten französischen Musiker Michel Dalberto, Henri Demarquette und Nicolas Dautricourt gehören, konzertierte Vassilis Varvaresos am Bozar Theater Brüssel ebenso wie im Siegelsaal des Concertgebouw Amsterdam, dem Diligentia Theater oder dem Münchner Gasteig.

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Das Trio in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2, D 929 (op. 100) ist eine von Franz Schuberts letzten Kompositionen, entstanden im November 1827, in der Zeit, in die auch die Winterreise fällt. Dies erklärt den melodischen Duktus des Werks ebenso wie die harmonischen Abstürze und die existentielle Spannung, die in jedem Takt spürbar ist. Schuberts Es-Dur-Trio ist wohl das monumentalste Werk der gesamten Klaviertrioliteratur – nicht nur in Hinblick auf seine Ausdehnung, die wahrhaft symphonische Maße erreicht, sondern auch in Bezug auf die Vielschichtigkeit und den Reichtum des darin ausgebreiteten thematischen und gedanklichen Materials – und ist damit ein Nonplusultra der romantischen Kammermusik.

Camille Saint-Saëns komponierte das Klaviertrio Nr. 1 F-Dur op. 18 im Frankreich des Jahres 1863 zu einer Zeit, als Kammermusik dort als ausgesprochen deutsche Gattung galt. Gelungen ist dem zu diesem Zeitpunkt 28jährigen Saint-Saëns ein frisches, jugendlich überschwängliches Frühwerk mit beschwingten Ecksätzen, einem stimmungsvollen rhapsodischen Andante und einem präzise gefügten Scherzo, das im Gegensatz steht zu seinem fast 30 Jahre später entstandenen zweiten Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 92.