Marburger Konzertverein

Konzertsaison 2017/2018 Kalender abonnieren

Samstag, 13. Januar 2018
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preisgruppe B

Monet-Quintett

  • Anissa Baniahmad, Flöte
  • Johanna Stier, Oboe
  • Nemorino Scheliga, Klarinette
  • Theo Plath, Fagott
  • Marc Gruber, Horn
  • Anton Reicha (1770 – 1836), Bläserquintett Es-Dur op. 88/2
  • Charles Lefèbvre (1843 – 1917), Suite op. 57
  • Gustav Holst (1874 – 1934), Quintett As-Dur op. 14
  • Franz Danzi (1763 – 1826), Bläserquintett B-Dur op. 56/1
  • Paul Taffanel (1844 – 1908), Quintett g-Moll

„Kammermusik mit Freunden auf höchstem Niveau“, lautet das Motto des jungen Monet-Quintetts um die aus Marburg stammende Flötistin Anissa Baniahmad. Das Quintett wurde im Jahr 2013 gegründet und hat sich bereits 2016 ein Stipendium sowie einen Sonderpreis des Deutschen Musikwettbewerbs erspielt. Alle seine Mitglieder sind mehrfache Preis- und Sonderpreisträger bei renommierten Wettbewerben für junge Musiker im In- und Ausland und werden aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungen durch verschiedenste Stipendiengeber unterstützt. So sind beispielsweise alle Mitglieder des Ensembles Stipendiaten der Mozartgesellschaft Dortmund. Anissa Baniahmad (Flöte), Johanna Stier (Oboe), Nemorino Scheliga (Klarinette), Theo Plath (Fagott) und Marc Gruber (Horn) lernten sich im Bundesjugendorchester kennen und sind auch abseits der Kammermusik freundschaftlich verbunden. Ihre Zusammenarbeit empfinden die fünf jungen Bläser als besonders bereichernd, da sie an unterschiedlichen Musikhochschulen in Deutschland studieren und sich regelmäßig projektweise zu gemeinsamen intensiven Proben- und Konzertphasen zusammenfinden. Wichtige musikalische Impulse erhalten sie dabei unter anderem von Stephanie Winker und Norbert Kaiser.

Mittlerweile haben alle bereits Erfahrung in bedeutenden deutschen Orchestern wie beispielsweise dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks und dem Staatsorchester Stuttgart gesammelt. Als gefragte Kammermusiker und Solisten sind sie regelmäßig zu Gast bei internationalen Festivals, darunter das Davos Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern oder das Schleswig-Holstein Musikfestival. Das Monet-Bläserquintett ist in den kommenden Spielzeiten Stipendiat der Villa Musica Rheinland-Pfalz.

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Anton Reicha ein lebenslanger Freund Beethovens und Lehrer unter anderem von Berlioz, Liszt und Franck hat mit seinem Es-Dur-Quintett op. 88/2 ein unüberhörbar der Wiener Klassik verpflichtetes Werk geschrieben. Die langsame Einleitung beginnt mit jenen drei Akkorden, die auch Mozart an den Anfang seiner Zauberflöte stellte. Was sich daran anschließt, ist jedoch eine harmonisch und melodisch höchst eigenständige Musik.

Der einem breiten Publikum eher unbekannte französische Komponist Charles Lefèbvre wurde 1843 in Paris geboren. Seine dreisätzige Suite op. 57 steht noch ganz im Zeichen der Romantik. Auf den heiter fließenden ersten Satz folgt eine Art Menuett mit Trio, das sich um ein scherzhaftes, vom Horn vorgestelltes Terz-Motiv rankt. Im dritten Satz werden zart getupfte kindlich-naive Motive verarbeitet.

Der englische Komponist Gustav Holst ist vielen Musikliebhabern allein durch ein einziges sinfonisches Werk bekannt: The Planets. Dass sein Œuvre aber mehr Aufmerksamkeit verdient, beweisen seine durch große Anmut geprägten und noch der Spätromantik verhafteten Kammermusikwerke wie das Quintett As-Dur op. 14.

Die beiden wichtigsten Komponisten für das klassische Bläserquintett waren Anton Reicha in Paris und Franz Danzi in Karlsruhe. Zwischen 1820 und 1824 schrieb letzterer neun reizvolle Werke dieser Gattung, von denen wir heute mit dem Bläserquintett B-Dur op. 56 das erste hören. Schnell wird in diesem Werk, was die Viersätzigkeit und die Gleichberechtigung der Instrumente angeht, das Vorbild des klassischen Streichquartetts deutlich.

Das Quintett in g-Moll des Franzosen Paul Taffanel besteht aus drei Sätzen: Allegro und Finale in Sonatenform umrahmen ein liedhaftes Andante. Die Melodik ist betont gesanglich, inspiriert von den Opern Meyerbeers, Gounods und Wagners. Opernhaftes Pathos verbindet sich in dem Quintett mit einer typisch französischen, tänzerischen Grazie und einem weichen, stimmungsvollen Bläserklang.